25.08.2013

„Bergsteigerdorf“ Hinterstein: Heilklimatischer Kurort ist „Pilot“ für deutsches Modell-Projekt

Ein Paradies für Bergsteiger ist der Bad Hindelanger Ortsteil Hinterstein schon länger. Ein hochalpines Dörfchen, lückenlos umrahmt von einer Bergkulisse mit Postkarten-Charakter. Eine im Naturschutzgebiet der Allgäuer Hochalpen gelegene Perle für Kletterer und Wanderer im Frühling und Sommer und Ski-Tourengeher und Schneeschuhwanderer im Winter. Ein Ort, der an zahlreichen Stellen nur den Fußmarsch als letztes Mittel der Fortbewegung genehmigt. Weil Alpinisten aus aller Welt Hinterstein seit Jahren als Ausgangspunkt für Touren in die Allgäuer Alpen nutzen, könnte der Ort bald das erste offiziell anerkannte „Bergsteigerdorf“ in Deutschland sein. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat Hinterstein als ersten Kandidaten für ein Modell-Projekt ausgewählt, das sich am Vorbild Österreichs orientiert – im Nachbarland ist das Projekt „Bergsteigerdörfer“ mit 20 Ortschaften bereits eine Marke.

„Wir setzen bewusst auf möglichst naturnahen Tourismus. Das Prädikat 'Bergsteigerdorf' würde uns auf diesem Weg spürbaren Rückenwind geben. Dieses Projekt passt perfekt zur Identität des Dorfes und den Einwohnern, die diese Auszeichnung sehr gerne erhalten möchten. In Hinterstein gibt es ein sehr lebendiges Dorfleben – Tradition und Brauchtum werden hier groß geschrieben. Ich bin überzeugt, dass wir den Kriterienkatalog erfüllen“, sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Max Hillmeier. Er nennt Hinterstein ob seiner Lage gerne „das bayerische Zermatt“: „Es gibt wohl keinen Ort in Deutschland, der so von der hochalpinen Natur umgeben ist wie Hinterstein.“ Die Tatsache, dass 80 Prozent der fast 140 Quadratkilometer großen Gemeindefläche unter Landschafts- und Naturschutz stehen und das „Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen“ das artenreichste Gebirge Deutschlands ist, ist ein zusätzliches Plus. Es gibt weitere Belege, viele davon sind im Bergsteiger-Leitprodukt „Bad Hindelang PLUS“ zusammengefasst.

Die Gästekarte bietet 20 Gratis-Leistungen aus den Bereichen Bergbahnen, „sanfte Mobilität“ und Freizeit bei 220 Gastgebern, 15 davon sind in Hinterstein. Und weiter 300 Kilometer Wanderwege – davon 100 hochalpin. Zwei Klettersteige, die Bergsteiger-Klassiker „Hochvogel“, „Koblat“ und „Laufbacher Eck“ sowie drei Naturbäder – allen voran der Kneipp-Kurgarten „Prinze Gumpe“: ein Naturbad mit einmaliger alpiner Bergkulisse.

Hinterstein hat auch dank Pionieren wie Willi Wechs seit den 1930-er Jahren eine lange Bergsteigertradition, zwei erfolgreiche Bergschulen präsent und bietet Berglern in luftiger Höh' mit der „Schwarzenberghütte“ und dem „Prinz-Luitpold-Haus“ zwei Hütten des Alpenvereins, hinzu kommt die DAV-Jugendbildungsstätte „Haus Alpenhof“. Unten im Bergdorf entsteht das „Bergsteigerhotel Grüner Hut“, das perfekt in die überschaubare Gastgeberstruktur passt. Eröffnung des Hotels (53 Betten) mit Dorfplatz ist 2014.

Bergsteigen und -wandern in Hinterstein heißt grenzenlos marschieren: Viele Überschreitungen führen über bekannte Höhenwege nach Tirol oder in das Tannheimer Tal. „Die Grenze zu Tirol ist etwa 30 Kilometer lang. Das ist für uns sehr wichtig, denn wir pflegen einen sehr regen Austausch und arbeiten interkommunal seit vielen Jahren sehr gut mit den grenznahen Orten in Österreich zusammen. Eine Ernennung Hintersteins zum ersten Bergsteigerdorf wäre deshalb auch für die Bergsteiger- und Wanderer in Österreich beim Überstieg von zentraler Bedeutung“, sagt der Bad Hindelanger Bürgermeister Adalbert Martin.

Bei einem Ortsbesuch in Bad Hindelang – bekannt geworden auch durch sein „Ökomodell Hindelang“ und seinen vielfach prämierten Öko-Tourismus – hat sich eine Delegation des DAV gemeinsam mit Martin Zeil, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, ein Bild gemacht. Zeil: „Die Bergsteigerdörfer passen hervorragend in die bayerischen Alpen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn das Projekt den Sprung von Österreich nach Bayern machen würde.“ Beim DAV freut man sich über die Unterstützung aus dem Ministerium: „Wir haben das Projekt als Initiative für natur- und landwirtschaftsverträglichen Tourismus von Anfang an gefördert und würden gerne auch in Bayern das erste offizielle Bergsteigerdorf aufnehmen“, so Manfred Berger vom DAV.

Grundlage ist der bisherige Kriterienkatalog des Österreichischen Alpenvereins, den die Alpenvereine gemeinsam fortschreiben wollen. Ein Pflichtkriterium sind Schutzhütten alpiner Vereine (oder vergleichbare private Hütten), die mehr als 1500 Meter hoch liegen und nur zu Fuß erreichbar sind. Verfügbar sein muss auch eine kompetente örtliche alpine Beratung und Mobilitäts-Angebote (Taxi, Abholdienst, etc.) am Urlaubsort, als ein Beitrag zur „sanften Mobilität“. Die Statistik in Bad Hindelang ist beeindruckend: In den vergangenen zwei Jahren wurde die Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) mehr als verdoppelt. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir in diesem Zeitraum 2100 Pkw-Kilometer pro Tag eingespart haben – das ist sehr beachtenswert“, sagt Tourismusdirektor Max Hillmeier. Weitere Pflichtkriterien sind ein alpines Kurs- und Ausbildungsangebot vor Ort sowie die Nahversorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs – in Hinterstein sind es sogar Produkte aus dem Öko-Modell Hindelang.

Hinterstein erfüllt alle vorgegebenen Kriterien und bietet sogar ein eigenes Trinkwasser an, „das Mineralwasser-Qualität hat“, sagt Max Hillmeier. Bergsteiger und Wanderer erwartet darüber hinaus die beste Luftqualität Deutschlands im Heilklimatischen Kurort Bad Hindelang, der seit 2011 als „Rettungsinsel für Allergiker“ gilt. Die an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ansässige Stiftung ECARF hatte das Kneipp-Heilbad für ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt ausgewählt.

„Mit diesem auf die Barrierefreiheit für Allergiker angelegten Modellprojekt haben wir seinerzeit bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen. Mit unserem Bergdorf Hinterstein wollen wir jetzt erneut der deutsche Pilot sein – in diesem Fall für das Projekt 'Bergsteigerdörfer'“, so Tourismusdirektor Max Hillmeier.


Kontakt / Ansprechpartner

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87541 Bad Hindelang


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Email: info‎@‎badhindelang.de
WWW: www.badhindelang.de

Maximilian Hillmeier

- Tourismusdirektor -

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