29.10.2013

Hindelangs heißester Hobel: Allgäuer Kässpatzen zum besten Gericht gekürt

Die Internet-Recherche zur englischen Übersetzung für das Wort „Käsespatzen“ bietet ein reichhaltiges Angebot: Cheese spaetzle, home-made cheese pasta oder doch pasta in drop-shape with melted cheese and roasted onions? Sicher ist, dass es sich bei Allgäuer Kässpatzen um ein anerkanntes Street-Food-Gericht handelt – Florian Rohrmoser aus Bad Hindelang hat das schriftlich. Gemeinsam mit seiner Partnerin Myriam Touka und seinem Bruder Oliver Egger wurde er in London für seinen „Heißen Hobel“ mit dem Best Overseas Trader Award ausgezeichnet. Das Koch-Trio wurde in den Kategorien „Bester ausländischer Food-Truck/„Bestes ausländisches Gericht“ gekürt.

„Dass wir für unser kleines Food-Truck-Business nach so kurzer Zeit einen Preis erhalten, das ist schon ziemlich abgefahren“, sagt Rohrmoser, der im Betrieb seiner Eltern, dem Gasthaus „Obere Mühle“, aufgewachsen ist. Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es erst her, als Rohrmoser und Touka – die seit einiger Zeit in Berlin leben – einen alten DDR-Campingwagen im Internet ersteigerten und das nostalgische Gefährt zu dritt in eine rollende Küche (Food-Truck) umfunktionierten. „Wir haben den Wagen umgebaut und eine professionelle Küche eingebaut – seither verkaufen wir in ganz Berlin die allseits beliebte Allgäuer Spezialität“, so Rohrmoser. Allgäuer Kässpatzen aus der Konserve sind verpönt, Rohrmoser und Touka kochen und servieren „frisch à la minute – und das selbstverständlich mit dem leckeren Käse aus der Oberen Mühle“. Was als Tugend aus der Not begann – weil die bürokratischen und finanziellen Hürden sowie das Risiko in einer unbekannten Stadt gleich ein Restaurant zu eröffnen viel zu hoch waren –, entwickelte sich zur Erfolgsstory.

„Der Wagen ist in kurzer Zeit ein ziemlicher Erfolg geworden und wir sind mittlerweile eine feste Größe in der noch sehr jungen Food-Truck-Szene in Berlin. Mehrmals pro Woche verkaufen wir abends auf festen Veranstaltungen, aktuell vor allem donnerstags auf dem 'Street Food Thursday' in der Markthalle 9 in Berlin-Kreuzberg.

Zu den großen Veranstaltungen kommen sehr häufig mehrere Tausend Besucher. Zudem haben wir bereits bei vielen großen Festivals, Straßenfesten und auch für Firmen und Privatpersonen gecatert“, so Rohrmoser.

Das blieb den Berliner Medien natürlich nicht verborgen: Zwei Radiosender luden die beiden Allgäuer ein, ebenso berichteten zahlreiche Online-Medien und Internet-Blogs. Die überregionale Berliner Tageszeitung (taz) widmete Rohrmoser und Touka unter dem Titel „Von Kimchi bis Kässpätzle“ den Großteil einer Reportage und sorgte dafür, dass über die mobilen Hindelanger Kässpatzen auch in London heiß diskutiert wurde.

Die internationale Bühne bei der Preisverleihung in der Weltmetropole London nutzte Rohrmoser, um neben seinem „Heißen Hobel“ Werbung für Bad Hindelang zu machen. „Wir haben rund 100 Prospekte und Gastgeberverzeichnisse unter die Leute gebracht. Was übrig geblieben ist, haben wir in Berlin verteilt“, sagt Rohrmoser. Sehr zur Freude von Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier: „Mehr Werbung geht nicht. Prospekte inklusive Allgäuer Kässpatzen aus dem Ökomodell Hindelang in Weltmetropolen wie London und Berlin unters Volk zu bringen, das ist großartig. Die beiden haben sich für ihr Projekt und ihr Engagement als Hindelanger Botschafter ein Sonderlob verdient.“

Von 29. November bis 8. Dezember servieren Rohrmoser und sein Bruder Allgäuer Kässpatzen wieder in ihrer Heimat Bad Hindelang – diesmal auf dem Erlebnis-Weihnachtsmarkt. Hindelangs „Heißer Hobel“ und Myriam Touka halten derweil in Berlin die Stellung.


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