19.09.2013

Weltpremiere in Bad Hindelang: Geschichte von „Stille Nacht – Heilige Nacht“ wird erstmals musikalisch inszeniert

Wer die Sehnsucht nach Weihnachten verloren hat, findet sie seit 2002 für zehn Tage beim Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang (Allgäu). 2013 erwartet Besucher, die aus aller Welt anreisen, eine in dieser Form einmalige Premiere: Die Organisatoren inszenieren musikalisch die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsliedes „Stille Nacht – Heilige Nacht“. Zwei Jahre wurde am Drehbuch gearbeitet, am 6. Dezember, 19.30 Uhr, ist Premiere. Die musikalische Federführung haben die Münchner Komponisten Ludwig Thomas und Marco Hertenstein, Schirmherr ist der Komponist Wilfried Hiller. Der Weihnachtsmarkt findet von Freitag, 29. November bis Sonntag, 8. Dezember, statt.

„Nach dem zuletzt so großen Erfolg der 'Alpenländischen Stallweihnacht' war klar, dass wir eine Attraktion finden mussten, die Besucher emotional berührt. Eine Aufführung, die Besucher lachen, weinen und spüren lässt wie einzigartig die Weihnachtszeit ist. Ich denke, das ist uns mit der Entstehungsgeschichte von 'Stille Nacht – Heilige Nacht' gelungen. Dieses Lied kennt die ganze Welt – die Geschichte dahinter kaum jemand“, sagt Brigitte Weber, die 2002 Ideengeberin und Initiatorin für den Weihnachtsmarkt war und bis heute Hauptorganisatorin ist.

Dass die Welt von Freitag, 29. November bis Sonntag, 8. Dezember, erneut nach Bad Hindelang blickt, das ist nicht neu. Der Erlebnis-Weihnachtsmarkt in der 5000-Seelen-Gemeinde hat sich seit seiner Premiere zum Zuschauermagneten entwickelt. Zwischen 60.000 und 80.000 Besucher pro Markt pilgerten in den vergangenen Jahren in das Oberallgäu, um sich ihre magische Zauber- und Märchenwelt aus Kindertagen für kurze Zeit zurückzuholen und einen Weihnachtsmarkt zu erleben, der die Liebe zum weihnachtlichen Detail über den Kommerz stellt. Hier nimmt das Christkind die Wünsche der Kinder sogar persönlich entgegen.

„Beim Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang sind Elfen, Engel und Nussknacker in Lebensgröße präsent, spielt die Stubenmusik oder singt der Chor im Lichterglanz. Hier sind die Tiere aus Haut und Haaren anstatt aus Pappmaché. Bratpfannen und Käsereiben werden nicht von Markschreiern feil geboten, sondern zur Zubereitung von Allgäuer Kässpatzen verwendet – bevorzugt bieten wir Speisen aus dem bekannten 'Ökomodell Hindelang'“, sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier.

In diesem Jahr zeigt Bad Hindelang die Entstehungsgeschichte des bekanntesten, meist verkauften und meist übersetzten Weihnachtsliedes der Welt. Für Bühnenbild und Bühnenbild-Realisation zeichnen „Stago-Casall Arts“ verantwortlich, ein vielseitig kreatives Team, das sich international bei Film, Fernsehen und auf zahlreichen großen Bühnen bewährt hat (unter anderem Metropolitan Opera New York, Areana di Verona, Staatsoper Wien).

Zwei Jahre schrieb Brigitte Weber am Textbuch sowie 15 Liedtexten für „Stille Nacht – Heilige Nacht“, seit diesem Sommer ist das Libretto fertig. Die musikalische Leitung hat Brigitte Weber an Dorothea Schweiger übertragen. Schweiger zögerte, sagte aber zu: „Ich wollte mir seinerzeit eigentlich keine Zusatzaufgaben ans Bein binden, habe aber schnell gesehen, was für eine großartige Geschichte das ist. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich dabei bin“, sagt Schweiger. Seit über einem Jahr probt sie für die Inszenierung, in der auserwählte Kinder aus dem Dorf schauspielern, tanzen und singen. Der Hindelanger Bub, der im Stück „Stille Nacht – Heilige Nacht“ den Waisenknaben „Vitus“ spielt, war schon als vier Monate altes Baby dabei: Bei der Weihnachtsmarkt-Premiere 2002 war er das „1. Jesuskind“ der Alpenländischen Stallweihnacht. 2013 spielt er den Knaben Vitus, dessen Mutter bei seiner Geburt verstarb und dessen Vater bei einem Salztransport in den Fluten der Salzach umkam. Die Rolle des Waisenknaben im Bühnenstück ist doppelt besetzt – der junge Gymnasiast wird von einem Sänger des „Tölzer Knabenchor“ unterstützt.

„Die Figur 'Vitus' ist frei erfunden“, sagt Organisatorin Brigitte Weber und weist auf weitere künstlerische Freiheiten hin: „In unserer Inszenierung wird gepflegtes Bayerisch gesprochen, zudem geht es wesentlich friedfertiger zu, als dies die vorliegenden Schriften und Texte verlangen würden – Tote gibt es bei uns zum Glück nicht“, stellt Weber klar. Ursprünglich ist die Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht – Heilige Nacht“ kein Stoff für einen seligen Heimatfilm, sondern das krasse Gegenteil. Zu sehen war dies bereits 1997 in einem deutsch-österreichischen Spielfilm, in dem Franz Xaver Bogner Regie führte und in dem unter anderem Tobias Moretti, Jörg Hube und Michael Mendl mitwirkten. Moretti mimte seinerzeit den 1792 in Salzburg geborenen Priester Joseph Mohr, der als Hilfspriester nach Oberndorf bei Salzburg versetzt wird und dort versucht, den Menschen in ihrem Leid und ihrer Hungersnot beizustehen und ihnen ihren Glauben an Gott und an sich selbst wieder zurück zu geben.

In der Bad Hindelanger Inszenierung trifft Mohr in Oberndorf ebenfalls auf Ablehnung, Missgunst und einen machtbesessenen Pfarrer. Die tragische Lebensgeschichte und „goldene Stimme“ des Waisenknaben Vitus berührt Mohr, der nur bei Schul- und Musiklehrer Franz Xaver Gruber Zuspruch findet. Trotz Widerständen im Dorf beschließen beide, den Menschen eine unvergessliche Heilige Nacht zu gestalten. Mohr schreibt den Text, Gruber komponiert.

Florian Karg (Tenor), einst Opernsänger und heute Meisterhirte der „Plättele-Alpe“ in Bad Hindelang mimt den Priester Josef Mohr. Johannes Hitzelberger spielt den Lehrer Franz-Xaver Gruber. Hitzelberger hat sich als Sprecher im Bayerischen Rundfunk einen Namen gemacht. Zu hören ist er auf Bayern 1 und 2 sowie BR-Klassik, wo er mehrmals im Monat die Volksmusik moderiert. Fritz Gschwendtner (Bass) verkörpert den polygamen Pfarrer Nässler.

Schirmherr der Bad Hindelanger Inszenierung ist Komponist Wilfried Hiller, der bis Mitte der 1990-er Jahre mit dem bekannten Schriftsteller Michael Ende zusammenarbeitete. Hiller wurde bekannt durch Bühnenstücke wie „Tranquilla Trampeltreu“, „Der Goggolori“, „Das Traumfresserchen“, „Wolkenstein“ oder „Der Sohn des Zimmermanns“.

Hiller sprang in einer akuten Personalnot der Bad Hindelanger Organisation ein und stellte Kontakt zu Ludwig Thomas und Marco Hertenstein her – zwei bekannten Münchner Komponisten. Hertenstein zum Beispiel wurde unter anderem 2004 für seine Kompositionen zum Film „Das Wunder von Bern – die wahre Geschichte“ von Guido Knopp in der Kategorie „Beste Dokumentation“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. In knapp sechs Monaten schulterten beide „eine Herkules-Aufgabe, für die man normalerweise zwei Jahre Vorlaufzeit benötigt“, sagt Ludwig Thomas und ergänzt: „Zu Beginn war ich sehr skeptisch und es hat einige Monate gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass ich mit meiner Zusage die richtige Entscheidung getroffen habe. Mir war sofort klar, dass dies nur im Team und nur mit Marco Hertenstein funktioniert.“

Brigitte Weber ist dem Trio sehr dankbar. „Ohne ihre Hilfe und ihr unglaubliches Engagement in den vergangenen Monaten hätten wir das nicht geschafft. Ich bin mir sicher, dass die Weltpremiere am 6. Dezember ein Erfolg wird und wir unser großes Ziel im Blick behalten können: den 200. Entstehungstag des Weihnachtsliedes Stille Nacht – Heilige Nacht im Jahre 2018“, sagt Weber.


Kontakt / Ansprechpartner

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87541 Bad Hindelang


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Maximilian Hillmeier

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